Neulich wurde ich gefragt, was sich eigentlich hinter sogenannten RSS-Feeds verbirgt und nun möchte ich diese Frage mal hier etwas ausführlicher beantworten.

RSS-Feeds werden auch Newsfeeds genannt und meistens mit einem Icon wie diesem RSS-Feed-Icon gekennzeichnet. Sie sind eine ganz coole Sache!

In einer Welt mit Milliarden Internetseiten trifft man ganz schnell auf ein Problem: wie weiß ich, wenn es neue Inhalte auf meinen Lieblingsseiten gibt? Beispiel 1: Die Webseiten von Zeitungen und Zeitschriften wie faz.de oder spiegel.de werden fast minütlich aktualisiert. Nun kann man natürlich auf die Webseite gehen und die Seite immer wieder neu laden, aber viele der Aktualisierungen werden gar nicht auf der Hauptwebsite angezeigt, sondern auf eine Unterseite wie “Sport” oder “Kultur” – aber gerade für diese Themen interessiere ich mich. Also muss ich sowohl “Sport” als auch “Kultur” öffnen und immer wieder neu laden um die neuen Artikel zu sehen. Und dann sind die neuen Artikel mit alten Artikeln vermischt. Das macht es wieder schwierig, die neuen Artikel zu finden. Dann aber sehe ich, dass beide Webseiten RSS-Feeds anbieten:

rss - spiegel.de

und

rss - faz.de

Diese RSS-Feeds kann ich nutzen um über neue Artikel benachrichtigt werden. RSS-Feeds sieht man auf vielen Seiten. Sie kamen mit Blogs in die Mode. Auch dieser Blog bietet mehrere Feeds an:

rss www.anette-seiler.de

und

rss www.anette-seiler.de

Oder ein anderes Szenario: Bei Online-Bookmarkdiensten wie delicious oder Diigo legen Tausende von Benutzern ihre Internetbookmarks ab und beschreiben sie mit sogenannten “Tags”. Wenn ich auf Diigo eine Internetseite über Namibia mit einem solchen Lesezeichen versehe, gebe ich an, dass es über Namibia handelt und wenn ich es mal wieder benutzen will, bitte ich Diigo, mir alle meine Bookmarks über Namibia anzuzeigen. Aber auf Diigo sind ja auch andere Nutzer, die Websites über Namibia bookmarken. Auch auf diese Lesezeichen kann man zugreifen. Und was ist, wenn ich jedesmal benachrichtigt werden möchte, wenn jemand eine Website mit “Namibia” beschreibt? Dann benutze ich den RSS-Feed zu dem Tag “Namibia”:

rss - diigo

Ein weiteres Beispiel sind die Feeds auf bundesliga.de:

rss - bundesliga.de

Ich könnte ich also jedesmal, wenn in einem Bundesligaspiel ein Tor fällt, benachrichtigt werden und dann den entsprechenden Artikel lesen.

Wenn ich nun auf das RSS-Icon auf bundesliga.de klicke, bekomme ich erst eine kurze Einführung über was RSS ist und dann werden mir mehrere Feeds angeboten:

bundesliga - rss-feeds

Wie man hier sehen kann, handelt es sich bei RSS-Feeds um XML-Dateien. Ich werde hier aber nicht in die technischen Details gehen, denn genauso wie man zum Autofahren nicht wissen muss, wie ein Motor funktioniert, muss man für die Nutzung von RSS-Feeds nicht wissen, wie sie technisch aussehen. Wer sich dennoch dafür interessiert, kann in der Wikipedia nachschlagen. Unten habe ich auch zu Büchern zu dem Thema verlinkt.

Was macht man nun mit RSS-Feeds? Wie nutzt man sie? Wie kann man sich mittels RSS-Feeds über neue, interessante Webseiten benachrichtigen lassen? Ganz einfach: man benutzt einen sogenannten Feed-Reader. Das sind entweder Desktop-Programme (eine Übersicht gibt es hier) oder webbasierte Programme, wie Google Reader, auf die man per Webbrowser zugreift.

Ich persönlich benutze den Google Reader. Der Grund dafür ist, dass ich viele verschiedene Rechner benutze, um auf meine RSS-Feeds zuzugreifen. Da der Google-Reader webbasiert ist, ist die Sicht auf die Feeds immer aktualisiert, d.h. mir werden die Nachrichten, die ich bereits gelesen habe, nicht wieder angezeigt. Wenn ich auf jeden meiner Rechner ein Desktopprogramm hätte, weiß das App auf meinem Tablet-Computer nicht, welche Nachrichten ich schon auf meinem Desktop gelesen habe. Mir würden also Nachrichten, die ich schon gelesen habe, angezeigt. Der Nachteil vom Google Reader (aber das ist wirklich der einzige Nachteil) ist ein Datenschutzproblem. Google weiß dann natürlich, welche Themen mich interessieren. Das führt z.B. dazu, dass mir Werbung angezeigt wird, die mit den Interessen übereinstimmen und nicht mehr Werbung, die mich nicht interessiert. Aber das nehme ich in Kauf, weil der Google Reader sonst wirklich das beste Feedreader-Programm ist.

Wenn man immer nur von einem Rechner auf RSS-Feeds zugreifen möchte, kann man natürlich ein Desktopprogramm benutzen. Dann gibt es keine Datenschutzprobleme.

Ich werde nun beispielhaft zeigen, wie man Google Reader benutzt. Andere Feedreader funktionieren ähnlich.

Um den Google Reader zu nutzen, ruft man folgende URL im Webbrowser auf:

http://reader.google.com

Man braucht ein Google Konto um den Reader benutzen zu können. Schließlich muss das Programm ja wissen, welche Newsfeeds welchem Nutzer zugeordnet werden müssen. Also, wenn man kein Google Konto hat, sollte man sich eins erstellen. Wenn man eins hat, meldet man sich an. Mein Google Reader sieht wie folgt aus:

google reader

Links unten sind die Abonnements zu sehen, die ich bereits eingerichtet habe. Man kann Abos in Ordner gruppieren. So habe ich z.B. alle Nachrichten-Abos in einem Ordner Nachrichten gruppiert und kann sie mir dann als Gruppe anschauen.

Rechts sind die einzelnen Artikel aufgelistet. Ich kann nun über die einzelnen Artikel scrollen genauso wie ich die Schlagzeilen einer Zeitung überfliege. Wenn es nun einen Artikel gibt, den ich lesen möchte, klicke ich auf die Überschrift und schon wird der Artikel in einem separaten Browserfenster geöffnet, wo ich ihn dann komplett lesen kann. Oft werden Artikel im Feed-Reader auch nicht abgekürzt, so dass man gleich den vollständigen Artikel lesen kann.

Wie fügt man einen neuen Feed hinzu? Links oben gibt es einen Button “Abonnement hinzufügen.” Wenn ich drauf klicke, bekomme ich die Möglichkeit, eine URL zu einem neuen Feed hinzuzufügen:

Ich gebe also die URL des Bundesliga-RSS-Feeds ein und schon werden mir rechts die letzten 10 Artikel der Seite www.bundesliga.de angezeigt.

Wie man links unten sehen kann, ist der Feed noch keinem Ordner zugeordnet. Wenn man auf den Button “Feed-Einstellungen” klickt, kann man den Feed einem oder mehreren Ordnern zuordnen. Über Feed-Einstellungen kann man das Abo auch wieder kündigen oder die Artikel sortieren.

Mein Google Reader ist so eingestellt, dass, wenn ich über die einzelnen Artikel herunterscrolle, sie automatisch als gelesen gesetzt werden. Wenn man mal die Artikel eines einzelnen RSS-Feeds oder eines ganzen Ordners von Feeds nicht lesen möchte, kann man auf den Button “Alle als gelesen markieren” klicken.

Wie ich bereits sagte, kann man einen Feed mehreren Ordner zuordnen. Ich habe z.B. einen Ordner “Keine Zeit”. Darin sind Feeds, die mich grundsätzlich interessieren, die ich aber nicht lesen muss, wenn ich keine Zeit habe. Wenn ich also keine Zeit habe, klicke ich auf den Ordner “Keine Zeit” und markiere alle Artikel als gelesen und schon verschwinden sie aus meinem Reader. Übrig bleiben die Artikel, die mir sehr wichtig sind.

Ich nutze den Google Reader und RSS-Feeds täglich und halte sie für eine großartige Entwicklung des Internets. Seitdem ich RSS-Feeds abonniere, abonniere ich keine Zeitung mehr, denn alle Nachrichten werden mir zeitnah über Google Reader angezeigt.

Hier sind noch ein paar Amazon-Links zu dem Thema:

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Anzeigen: