Ich abonniere viele Blogs zu den unterschiedlichsten Themen und lese die neusten Postings, sobald sie veröffentlicht werden. Wie bei allem gibt es gute und schlechte, interessante und uninteressante Blogs. In den nächsten Monaten werde ich einzelne Blogs rezensieren und so vielleicht meinen Lesern helfen interessante neue Inhalte zu finden.
Es gibt ein Thema, über das ich noch nicht gebloggt habe, nämlich Schreiben und Publizieren. Der Grund für mein Schweigen ist, das ich zu diesem Thema nicht viel hilfreiches sagen kann. Meine eigenen Erfahrungen sind eher eingeschränkt. Aber ich habe immer gerne geschrieben, habe auch schon an Literaturwettbewerben teilgenommen (und es in die Shortlist geschafft) und es ist auf jeden Fall ein Wunsch von mir, mich auf diesem Gebiet weiter zu entwickeln. Das ist ein Grund, warum ich diverse Blogs zu Schreiben und Publizieren lese. Ich hoffe, so Tipps zu bekommen und Trends zu entdecken.

Ein Blog zum Thema Veröffentlichen ist “A Newbies Guide to Publishing “. In der englischsprachigen Welt ist mehr als in der deutschsprachigen Welt, der Trend zum Selbstveröffentlichen zu bemerken. Diese Bewegung nennt sich auch “Indie Authors ” wobei das “Indie” für “independent” also “unabhängig ” steht. Das Bereitstellen von neuen Texten ist übers Internet so einfach wie noch nie, und hat seit dem EBook-Boom nochmal einen Schub bekommen. Die unabhängigen Autoren sind also nicht nur Schriftsteller, sondern auch Verleger. Ein Grund für diese Emanzipation von herkömmlichen Verlegern ist, dass man sich von den traditionellen Verlegern ausgebeutet fühlt – die Verleger machen Profite, geben diese aber nicht an die Autoren weiter. Die unabhängigen Autoren stehen keineswegs dem Mehrwert, den Verlage bieten, blind gegenüber. Ein indie Autor muss nicht nur schreiben. Er ist auch für die Qualitätskontolle, dem Erstellen des Produkts und der Vermarktung verantwortlich. “A Newbies Guide to Publishing” gibt Information und Ratschläge zu diesen zusätzlichen Aufgaben.
Joe Konrath, der für diesen Blog verantwortlich ist, ist eine der lautesten Stimmen in der Indie Author Szene – und das zurecht, denn er ist als unabhängiger Schriftsteller sehr erfolgreich und ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, seine Bücher selbst herauszugeben und erfolgreich zu verkaufen. Allerdings last er viel andere Autoren in der Form von Gastbeiträgen zu Wort kommen und liefert so den Beweis, dass unabhängiges Publizieren nicht nur von wenigen einzelnen erfolgreich publiziert wird, sondern ein wachsendes Phänomen ist. Anders als bei anderen Blogs werden die Gastbeiträge vom Blogger selbst ausführlich, oft kritisch, aber auch bei anderer Meinung immer noch respektvoll kommentiert. Man hat hier also nicht das Gefühl, dass er andere für sich arbeiten lässt.
Interessant ist, dass Joe Konrath seine Verkaufszahlen veröffentlicht. So kann er beweisen, dass sein Business-Modell funktioniert. Es ist allerdings auch ein sehr geschäftsorientiertes Blog – der Autor fokussiert sehr auf die Business-Seite des Schreibens. Es geht ihm zuallererst um Geld. Andere Gründe, warum man schreiben könnte, werden gar nicht angerissen. Das passt allerdings in den Kontext des Blogs.
Selbstständiges Publizieren ist hier in Deutschland noch nicht so verbreitet, wie in der englischsprachigen Welt. Ein Grund dafür ist, dass die Infrastruktur, wie sie z.B. über Amazon in den USA bereitgestellt wird, hier noch nicht verfügbar ist. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis AutorInnen auch hier in Deutschland diese Art des Vertriebs analysieren werden. Der Blog von Joe Konrath bietet in der Hinsicht einen sehr guten Einstieg.
Ich empfehle dieses Blog für alle, die sich für das Thema interessieren und vergebe ihm vier Sterne.

Amazon-Link zum Thema: