Wenn man sich die immer schneller werdenden Veränderung der modernen Welt anschaut, wird man skeptisch, ob ein Science Fiction-Klassiker, der vor mehr als hundert Jahren geschrieben wurde – in einer Zeit vor Fernsehen und Computer, in einer Zeit, in der die Protagonisten ihre Wohnungen mit Kerzen beleuchten – noch relevant sein kann. Aber “The Time Machine” von H.G. Wells ist auch im 21. Jahrhundert noch sehr lesbar.

Die Geschichte handelt von einem Zeitreisenden, der am Ende des 19. Jahrhunderts mehr als 800 000 Jahre in die Zukunft reist. Die Welt, die er antrifft scheint ein Paradies zu sein, wenn auch die Menschen degeneriert und eher wie Kinder sind. Aber dann stellt er fest, dass nicht nur die “Eloi”, wie sich die Menschen nennen, auf der Erde leben, sondern auch, und zwar im Dunkel unter der Erde, die Morlocks. Und er stellt fest, dass die Erde doch nicht das Paradies ist, wie es scheint.

Die Geschichte ist mehr als eine gute Story zum Thema Zeitreisen, sondern auch eine Kritik der gesellschaftlichen Umstände und Klassengemeinschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts und danach. Es stellt sich die Frage, was mit den Menschen passieren würde, wenn sie in paradiesischen Umständen leben würden. Vielleicht ist folgendes Zitat die Antwort auf die Frage: “It is a law of nature we overlook, that intellectual versatility is the compensation for change, danger, and trouble. An animal perfectly in harmony with its environment is a perfect mechanism. Nature never appeals to intelligence until habit and instinct are useless. There is no intelligence where there is no change and no need of change. Only those animals partake of intelligence that have to meet a huge variety of needs and dangers.”

Meine anfängliche Skepsis hat sich überhaupt nicht bewahrheitet und man kann dieses Buch jedem Science Fiction-Fan empfehlen.


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Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:The_Time_Machine_Classics_Illustrated_133.jpg

 


Heute möchte ich mal wieder über eine Kurzgeschichte von Frederick Pohl schreiben.

The Hated handelt von einem Raumfahrer, der nach einer zweijährigen Marsexpedition zurück auf der Erde ist. Er ist absolut getrieben von Hass auf die seine Mitraumfahrer der Expedition und der Grund wird auch gegeben: sie mussten die zwei Jahre auf engsten Raum (zu sechst in einer Raumkapsel so groß wie ein Buick) verbringen. Während der Expedition hat irgendein Mechanismus sie davon abgehalten, sich gegenseitig umzubringen, aber nach der Expedition funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr.

Es ist eine recht dunkle Geschichte, sehr gut geschrieben, mit zwei unerwarteten Wendungen am Ende.

Ich liebe Pohl für seine Gateway-Triologie, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Aber Pohl hat auch Bücher wie Man Plus geschrieben, die sich eher mit der dunklen Seite der Psyche auseinander setzt. The Hated gehört zu letzteren Geschichten.

Sehr lesenswert.


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Wenn man moderne Science Fiction liest, stößt man immer wieder auf den Begriff “Singularität”. Bei diesem Begriff geht es darum, dass alles immer viel schneller wird: Inzwischen sind wir sieben Millarden Menschen auf dieser Erde. Es leben nun so viele Menschen auf einmal wie in allen Jahrtausenden davor zusammen. Noch nie gab es so viele Genies gleichzeitig auf unserer Erde, noch nie ist das menschliche Denken so geballt wie heute. Das Wissen verdoppelt sich alle paar Monate. Der durchschnittliche Mensch im Mittelalter sammelte in seinem Leben so viel Wissen an, wie heute in einer Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung steht. Der moderne Mensch muss ein Tausendfaches wissen. Nicht nur das: In der Informatik gilt immer noch das Moorsche Gesetz: die Kapazität unserer Computer verdoppelt sich alle 18 bis 24 Monate.

Diese Entwicklungen führen zu mehr und immer mehr Veränderungen. Während im letzten Jahrhundert alle paar Jahre mal ein neues Gerät entwickelt wurde, das unsere Welt schlagartig veränderte, so gibt es in diesem Jahrtausend alle paar Monate etwas Neues, das man nicht einfach mehr als Gadget abtun kann. Diese ständigen Veränderungen und diese Erhöhung der Schlagzahl muss der moderne Mensch irgendwie verkraften können. Denn die technischen Entwicklungen sind einerseits ein großer Segen, aber anderseits aber auch ein Fluch. Wir sprechen von “Information Overload” und die Zahl der an Burnout erkrankten Menschen nimmt zu.

Mit Singularität im Allgemeinen meint man einen Zeitpunkt, der eine solche Veränderung bringt, dass Menschen, die vor der Singularität lebten, sich das, was danach geschieht gar nicht vorstellen können. Nehmen wir z.B. einen Menschen aus dem 13. Jahrhundert – wenn man ihm von Radio, Fernsehen, Handys etc. erzählt hätte, hätte er sich es gar nicht richtig vorstellen können. So gesehen, leben wir alle immer irgendwie vor einer Singularität. Aber manchmal wird dieser Begriff auch spezifischer benutzt, im Sinne von so großen, einzigartigen Entwicklungen, die alles, was danach kommt, grundlegend verändern. In der Zukunftsforschung (und natürlich in der Science Fiction) glaubt man, dass wir in etwa 30 Jahren eine Singularität erleben werden – wenn Maschinen so zu denken gelernt haben, dass man wirklich von künstlicher Intelligenz reden kann. Mehr zu diesem Thema in der englischen und deutschen Wikipedia

“Accelerando” von Charles Stross nimmt diese Gedanken der immer schneller werdenden Entwicklung und der Singularität auf und erzählt in neun Kapiteln wie die Welt vor, während und nach der Singularität sein wird. In diesem Buch passieren zum Zeitpunkt der Singularität zwei Dinge: Maschinen werden intelligent und die Menschen kommen in Kontakt mit außerirdischen Intelligenzen.

Das Problem mit der Singularität ist ja, dass diejenigen (also auch Science Fiction-Autoren) die davor leben, sich das, was danach kommt, so grundlegend anders ist, dass man eigentlich gar nicht darüber spekulieren kann. Aber ein guter Science Fiction-Autor wie Charles Stross versucht es dennoch. Das Ergebnis ist ein sehr lesenswertes Buch. Manchmal denkt man sicht: “In dieser Zukunft möchte ich auch leben!” und dann wieder sind die möglichen Entwicklungen so erschreckend, dass man ganz froh ist, dass es heute noch nicht möglich ist. Wie dem aber auch sei: die Geschichte, die von drei Generationen der Familie Macx getragen wird, ist durch und durch lesenswert. Science Fiction vom Feinsten. Deshalb vergebe ich dem Buch viereinhalb Sterne.

Als EBook kann man sich dieses Buch bei Feedbooks gratis herunterladen. In Papierform oder für den Kindle gibt es das Buch bei Amazon:

Deutsche Ausgabe:
Englische Ausgabe:
Bücher zur Singularität
 

Das zentrale Konzept dieses Science Fiction-Romans ist “Dreamtime” – was man vielleicht als Internet für Seelen definieren kann. Menschliche Seelen können nach dem Tod des Körpers in die Traumzeit hochgeladen werden, transportiert werden und dann woanders in einen geklonten Körper heruntergeladen werden. So ist Raumfahrt über viele Lichtjahre hinweg möglich. Und so ist natürlich auch ein Leben nach dem Tod, bzw. eine Reinkarnation möglich. In der Traumzeit haben sich künstliche Intelligenzen, tausend mal intelligenter als Menschen, die Superbrights entwickelt.

Oshi, die Heldin des Romans, arbeitet für einen Superbright, den “Boss”. Eines Tages erkennt sie, das menschliche Seelen Nahrung für die Superbrights sind. Die Menschen haben schon lange die Kontrolle über die Traumzeit verloren. Aber gerade weil die Superbrights menschliche Seelen als Nahrung brauchen, kümmern sie sich auch um die Menschen – wie ein Bauer sich um seine Rinder kümmert.

Dann aber zieht eine neue Gefahr auf: in der Dreamtime haben sich neue Intelligenzen entwickelt, die Ultrabrights. Die Ultrabrights sind noch hungriger nach Information als die Superbrights, und da die Superbrights aus mehr Information bestehen, sind sie die primäre Nahrungsquelle der Ultrabrights. Der Boss sucht einen Weg, die Ultrabrights aufzuhalten und schickt Oshi auf eine Mission.

In diesem Buch begleitet der Leser Oshi auf ihrer Mission, die über mehrere Stationen erfolgt. Oshi ist eine sympatische, vielschichtige Person, die sich, wie der Leser mit Fluch und Segen der Dreamtime auseinander setzen muss.

Was den Jargon betrifft, so wird mal wieder klar, dass Science Fiction mit Science, mit Wissenschaft, zu tun hat. Eine gewisse (natur-)wissenschaftliche Vorbildung hilft beim Lesen des Buches. Ich habe immer wieder im Internet nach einigen Fachbriffen gesucht. Es ist so, als ob der Autor für ein Publikum in der Zeit des Romans schreibt, also ein Publikum, das in 1200 Jahren lebt. Ich habe nicht alles verstanden, musste aber auch nicht alles verstehen, um das Buch mit Genuss zu lesen. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass einige Leser dadurch abgehängt werden.

Alles in allem fand ich das Buch interessant und spannend und gebe ihm vier Sterne.

Dieses Buch ist noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. Die englische Version ist als EBook gratis über Feedbooks verfügbar.

Amazon-Link:

 

Ich bin ein Fan von Frederik Pohl seitdem ich seine Heechee-Bücher und “Man Plus” (Siehe unten für Links) gelesen habe. Deshalb habe ich mich gefreut auch ein paar seiner Kurzgeschichten auf Projekt Gutenberg in diversen gratis-EBook-Angeboten gefunden zu haben.

In Pythias erzählt der Ich-Erzãhler, warum er seinen Freund Larry umgebracht hat – auch wenn Larry sein Leben gerettet hat. Die Geschichte ist kurz und wenn ich hier mehr sagen würde, würde ich zuviel erzählen. Es ist allerdings eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt – dass wir Menschen ethisch und moralisch nicht mit wissenschaftlichen Entdeckungen mithalten können. In den 50-er Jahren, in der die Geschichte geschrieben wurde, konnte man solche Überlegungen im Zusammenhang mit der Atombombe haben – ja, man hat sie ja heute noch, wenn wir an das iranische Atom-Programm denken. Nur, dass es hier nicht um etwas relativ simples wie Atombomben geht. Und auch wenn man den Erzähler versteht, so bleibt beim Leser immer die Sorge: wenn ein Mensch etwas entdecken konnte, kann auch ein anderer Mensch es entdecken. Und, es gibt ja immer noch einen, der von der Entdeckung weiß – der Mörder. Könnte er nicht versucht sein, sein Wissen anzuwenden? Der Mord des ersten Entdeckers ist also nur ein Aufschub.

Ich mag Pohls Stil – die Geschichte ist gut zu lesen. Ich gebe ihr dreieinhalb Sterne.

Die urheberrechtsfreie elektronische Version der Geschichte findet man auf Projekt Gutenberg.

Amazon-Links:

Englische Augabe der Kurzgeschichte:
Deutsche Augabe der Gateway-Trilogie:
EnglischeAugabe von “Gateway”:
EnglischeAugabe von “Man Plus”:
 

Lesern dieses Blogs ist vielleicht aufgefallen, dass ich in der letzten Zeit ein Problem mit den Büchern von Cory Doctorow hatte. Wahrend ich von “Down and out in the Magic Kingdom” begeistert war und bei “Eastern Standard Tribe” Hoffnungen, dass wir weiterhin Gutes vom Autor erwarten könnten, so konnte ich gar nichts mit “Someone comes to town, someone leaves Town” anfangen und von “Makers” war ich gelangweilt. Mit “For the Win” hat er aber einiges wieder gut gemacht. (“Little Brother” werde ich erstmal nicht rezensieren, da ich es schon vor einiger Zeit, vor diesem Blog gelesen hatte).

Wie Little Brother ist FTW eher ein Jugendbuch – die meisten Personen sind Teenager oder in den frühen Zwanzigern. Das bedeutet aber nicht, dass man es mittelalterliche Frau nicht konsumieren kann – ich habe es mit großen Interesse gelesen.

Es geht in diesem Buch über online Gamer, die in China (Shenzen) und Indien (Mumbai) leben. Diese jungen Menschen spielen Games nicht nur als Freizeitvergnügen, sondern als Beruf, denn das “Game Gold”, also die Objekte, die man in diesen Spielen gewinnen kann, sind inzwischen ein lukrativer Markt geworden, in dem man das Gold in echtes Geld umtauschen kann.

Das zweite große Thema im Buch ist die gewerkschaftliche Organisation der Spieler, denn wie die Arbeiter in den Fabriken, werden die Gamer von brutalen Bossen ausgenutzt. Über das Internet organisieren sich die Spieler über nationale Grenzen hinweg. Es geht also in For the Win nicht nur um den Sieg in einem online Game, sondern um den Sieg in der ganz realen Welt, ein Sieg über Ausbeutung und Unterdrückung.

Ich persönlich fand das Nebenthema der Ökonomie interessant – wie es dazu kommt, dass Game Gold einen realen Markt sein kann – oder vielmehr, wie die reale Wirtschaft eigentlich einem online Game gleicht.

Es ist eine spannende, glaubwurdige Geschichte, mit sympatischen Charaktären, die auch ein wenig mehrdimensionaler als in vorigen Büchern sind. Ich selbst spiele keine online Games, habe das Buch dennoch sehr gerne gelesen und wurde es auch anderen, allen voran meinen Neffen, die mit großer Begeisterung Computerspiele spielen, empfehlen. Daher vier Sterne.

Als EBook ist das Buch unter eine Creative-Commons Non-Commercial License frei verfügbar und kann von der Feedbooks-Website heruntergeladen werden.

Die Druckausgabe kann bei diversen Buchhändlern erworben werden.

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Englische Augabe:
Deutsche Ausgabe:
Kindle Edition der deutschen Ausgabe:
 

Als Science-Fiction- und Fantasy-Leserin kann man sich auf viele, noch so unwahrscheinliche, seltsame oder skurrile Ideen einlassen, wenn sie im Rahmen der Geschichte glaubwürdig sind. Der Vater ein Berg, die Mutter eine Waschmaschine, der eine Bruder ein Zombie, drei weitere Brüder russische Puppen, die ineinander leben, eine Geliebte, die Flügel hat… All das kann, wenn die Geschichte gut ist, überzeugen. Aber leider ist die Geschichte nicht so gut. Am Ende wusste ich nicht, was ich damit anfangen soll. Der Protagonist, Alan, kommt entweder aus einer Parallelwelt, oder er ist absolut verrückt. Das mit der Parallelwelt hat sich mir nicht erschlossen. Und verrückt? Ja, andere Personen in dem Roman meinen, dass er seltsam ist, aber irgendwie kommt er nicht so verrückt rüber, sondern eher exzentrisch. Und dass er seinen Zombie-Bruder ermordet (wieder einmal) löst diese Frage auch nicht auf. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Romane über Parallel- und Scheinwelten oder über Verrückte gelesen, hatte am Ende dann immer die Befriedigung, dass die Fäden zusammenlaufen und alles irgendwie schlüssig ist. Hier nicht.

Dazu kommt, dass noch ein zweiter Handlungsstrang in dem Roman vorkommt. Und hier tritt Cory Doctorow, der Aktionist, in Erscheinung. Das Weiterverwerten von elektronischen Schrott, das Anlegen eines stadtweiten WLAN-Netzes (a la Piraten) – das sind interessante Themen und als Populärsachbuch vielleicht auch wichtig. Aber verknüpft mit der Parallel- oder Scheinwelt von Allan irgendwie falsch.

Es sind also zwei Geschichten, die sich aber nicht wirklich gegenseitig befruchten und am Ende sitzt man da und fragt sich: “Hä?” Damit meine ich nicht, dass es wie das offene Ende einer Kurzgeschichte zum Weiterdenken anregt, sondern dass es verwirrt.

Von allen Büchern Cory Doctorows, die ich bis jetzt gelesen habe, war es sein Schlechtestes. Darum nur einen Stern.

Als EBook ist das Buch unter eine Creative-Commons Non-Commercial License frei verfügbar und kann von der Website des Autors heruntergeladen werden.

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Englische Augabe:

Deutsche Augabe:
Ich habe keine deutsche Ausgabe finden können.
 

Der Protagonist der Geschichte, Art Berry, glaubt an Zeitzonen-Stämme. Damit wird gemeint, dass Menschen, die in einer bestimmten Zeitzone leben, einen Stamm bilden, eine Gruppe, in der sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen und zum Wohle ihres eigenen Stammes gegen andere Zeitzonen-Stämme agieren. Art gehört dem Eastern Standard Tribe an, also der Zeitzone der östlichen USA und Kanada. Er arbeitet aber in London und gegen den Greenwich Meantime-Tribe. Als er eine sehr vielversprechende Computerentwicklung macht, möchte er natürlich, dass sein eigener Stamm am meisten profitiert. Aber andere, von denen er dachte, dass sie auch seinen Stamm unterstützen, arbeiten gegen ihn und er endet in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Gedanke der Zeitzonen-Stämme ist bis zu diesem Zeitpunkt so überzeugend rüber gebracht worden, dass man sich selbst auch darauf einlässt. Aber dann merkt mann, dass es auch in Arts Welt kein allgemeiner Gedanke ist, dass nur er davon überzeugt ist, und das ein Gerede von Zeitzonen-Stämme so von der Norm abweicht, dass man in einer Klapse landen kann.

Ich fand das Buch wegen der Zeitzonen-Stämme interessant, aber leider ist die Geschichte am Ende doch nicht so ganz überzeugend. Es ist nicht so, als ob das Buch nicht spannend wäre, aber zum Schluss war ich enttäuscht. Dennoch bleibt auch nach dem Lesen bei mir die Frage, ob da nicht doch etwas an der Sache mit den Zeitzonen-Stämmen ist.

Als EBook ist das Buch unter eine Creative-Commons Non-Commercial License frei verfügbar und kann von der Website des Autors heruntergeladen werden.

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Deutsche Augabe:

Englische Augabe:

 

Dieses Buch spielt irgendwann im 22. Jahrhundert. Die Welt hat sich in vielerlei Hinsicht geändert.

  • Die Welt ist zwar stark bevölkert, aber keiner muss Hunger leiden; jeder hat ein Dach über dem Kopf. Es gibt also eine Grundversorgung für jeden Menschen.
  • Geld wurde von “Whuffie” abgelöst. Whuffie entsteht durch Achtung und Respekt anderer. Diejenigen, die viel Whuffie haben, haben Privilegien, wie bessere Unterkunft oder einen besseren Platz in der Reihe bei Disney-Attraktionen.
  • Es gibt keinen Tod mehr, denn man kann ein Backup seines Selbst machen. Bei Tod oder Krankheit wird binnen weniger Stunden ein neuer Körper geklont und das Selbst geladen. Deshalb ist die Hauptperson, Jules, zwar schon über 100 Jahre alt, hat aber den Körper eines Mit-Zwanzigers.
  • Es gibt keine großen Unternehmen mehr. Adhockratie, das Gegenteil von Bürokratie ist nun an der Tagesordnung.

und noch viele andere Änderungen, wie Reisen ins All, die selbstverständlich sind.

Aber trotz aller dieser Änderungen bleibt eins bestehen: Disney World. Jules gehört einer Adhoc-Gruppe an, die sich um die Disney-Attraktion Liberty Square kümmert. Die verschiedenen Adhoc-Gruppen in Disney World rivalisieren sich. Jede möchte so viel wie möglich Whuffie der Gäste bekommen.

Eines Tages wird Jules getötet, aber natürlich wieder zum Leben erweckt. Er vermutet, dass eine rivalisierende Gruppe hinter dem Komplott steht, eine Gruppe, die Liberty Square übernehmen wird. Das Buch ist die Geschichte seines Kampfes gegen seine Gegner. Dann stellt er fest, dass der letzte Backup defekt war, dass die Schnittstellen in seinem Körper nicht mehr richtig funktionieren. Das könnte nur repariert werden, wenn er sich mit einem vorigen Backup klonen ließe, aber dieser vorige Backup liegt über ein Jahr zurück. Er würde also die Erinnerungen von einem Jahr seines Lebens verlieren.

Soweit die Geschichte. Ich mag dieses Buch, denn ich mag die Welt, die dort geschildert wird. Wenn das die Zukunft ist, wünsche ich, dass ich dann leben könnte. Der Plot selbst ist nicht überragend, die verschiedenen Personen nicht gerade viel-dimensional. Dennoch ein spannendes Buch mit interessanten Ideen über eine mögliche Zukunft. Deshalb gebe ich ihn auch ein relativ gutes Rating:

Es wurde für den Nebula-Award, einem der bekanntesten Science-Fiction-Literaturpreise nominiert.

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