Coming Out to Truth – 1 Mose 19

 

Die Geschichte von Sodom wird von vielen als anti-gay Text gesehen. Hier ist sie nach der Elberfelder Übersetzung:

1 Mose 19:1-11;24

Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor von Sodom sass. Und als Lot sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und verneigte sich mit dem Gesicht zur Erde; und er sprach: Ach siehe, meine Herren! Kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes, und übernachtet, und wascht eure Füsse; morgen früh mögt ihr dann eures Weges ziehen! Aber sie sagten: Nein, sondern wir wollen auf dem Platz übernachten. Als er jedoch sehr in sie drang kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl, backte ungesäuertes Brot, und sie assen. Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Knaben bis zum Greis, das ganze Volk von allen Enden der Stadt. Und sie riefen nach Lot und sagten zu ihm: Wo sind die Männer, die diese Nacht zu dir gekommen sind? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen! Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang und schloss die Tür hinter sich zu; und er sagte: Tut doch nichts Böses, meine Brüder! Seht doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben; die will ich zu euch herausbringen. Tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen. Nur diesen Männern tut nichts da sie nun einmal unter den Schatten meines Daches gekommen sind. Aber sie sagten: Zurück da! Und sie sagten: Da ist einer allein gekommen, sich als Fremder hier aufzuhalten und will sich schon als Richter aufspielen! Nun, wir wollen dir Schlimmeres antun als jenen. Und sie drangen hart ein auf den Mann, auf Lot, und sie machten sich daran, die Tür aufzubrechen. Da streckten die Männer ihre Hand aus und brachten Lot zu sich herein ins Haus; und die Tür verschlossen sie. Die Männer aber, die am Eingang des Hauses waren, schlugen sie mit Blindheit, vom kleinsten bis zum grössten, so dass sie sich vergeblich mühten, den Eingang zu finden.

Da liess der HERR auf Sodom und auf Gomorrha Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel und kehrte diese Städte um und die ganze Ebene des Jordan und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.

Warum vernichtete Gott Sodom und Gomorrha? Es gibt vier mögliche Antworten auf diese Frage:



  1. die Einwohner von Sodom wurden wegen allgemeiner Sünde vernichtet. Diese Sünde war die Ursache, dass die Engel nach Sodom geschickt wurden um die Situation zu untersuchen.
  2. Sodom wurde vernichtet, weil die Einwohner die Engel vergewaltigen wollten.
  3. Sodom wurde vernichtet weil die Männer der Stadt schwulen Geschlechtsverkehr mit den Engeln haben wollten. Das englische Wort “sodomy” für schwulen Geschlechtsverkehr hat seinen Ursprung in dem Wort “Sodom.”
  4. Sodom wurde vernichtet wegen der Sünde der Ungastlichkeit.

Kommentatoren sagen folgendes über die Geschichte Sodoms:


Skinner (1930) sieht die Sünde Sodoms als Homosexualität und nennt sie “an unnatural vice.”


Popma (1972) meint, dass wenig über die Sünde Sodoms bekannt ist. Wenn man sagt, dass die Sünde Homophilie ist, ist man sehr oberflächlich. Man kann Homophilie als eine “Abweichung” sehen oder als etwas normales. Bei den Einwohnern Sodoms handelte es sich um einen gewählten Lebensweg, nicht um eine psychologische Abweichung. Sünde war eher, dass das Gebot der Gastfreiheit gebrochen wurde. Er beschreibt die Gesellschaft von Sodom als eine Gesellschaft in der alle Bremsen entfernt wurden, wo jeder das tat, was er wollte. Es war eine Gesellschaft von moralischer Zügellosigkeit. Es gab keine Tabus mehr.


Von Rad (1972) meint, dass sexuelle Abweichungen in Kanaan normal waren und Teil waren des Fruchtbarkeitskultes der Götter Baal und Astarte. Diese Handlungen waren kultisch und orgiastisch. Er meint auch, dass verschiedenen biblische Schreiber verschiedene Ansichten über die Sünde Sodoms haben. In 1 Mose 18:20 wird gesagt, was es ist dass Verderben über Sodom bringt.


Morris (1976) beschreibt die Gesellschaft Sodoms als “utterly corrupt” und nennt das, was die Männer den Engeln antun wollten homosexuelle Vergewaltigung. Er sieht die Geschehnisse in Sodom als einen Beweis für die Verwerflichkeit von Homosexualität. In Verbindung mit Römer 1:26+27 sagt er:

“In whatever specific form this type of philosophy might appear in a given generation, it is fundamentally nothing but evolutionary naturalism and humanism. No matter how impressive may be its scientific and philosophical trappings, underneath it is rebellion against the Creator, and it always leads sooner or later to gross moral depravity.”

Van Solms (1979) sagt, dass die Sünde Sodoms war, dass das Gastrecht missachtet wurde. Die Einwohner Sodoms meinten, dass Fremde keine Rechte hätten und dass man mit ihnen tun kann, was man will. Ausserdem meint er, dass die Geschichte Sodoms nicht gebraucht werden kann um Homosexualität zu verurteilen.


Harrison (1980) sagt, dass der Talmud traditionell die Sünde Sodoms nicht als Homosexualität interpretiert, sondern als Brechen der Gesetze von Gastfreundschaft und Gerechtigkeit. Dann aber sagt er, dass Homosexualität im Alten Testament als “Gräuel” verurteilt wurde, weil es die natürliche Ordnung von sexuellen Beziehungen brach und weil keine Kinder gezeugt wurden.


Die katholische Kirche sagte 1980 in einem Brief an die katholischen Bischöfe über Seelsorge an Schwule und Lesben, dass 1 Mose 19 sagt, die Männer Sodoms seien homosexuell.


Keil und Delitzsch (1981) sagen dass die Sünde Sodoms “the basest violation of the sacred rite of hospitality” sei. Sie interpretieren das Wort “erkennen” als schwulen Geschlechtsverkehr und sagen, dass Homosexualität in Kanaan weit verbreitet war, und dass sie, nach Römer 1:26+27 der Fluch Gottes über die Heiden sei.


Brueggemann (1982) sagt, dass die Männer Sodoms die Gäste Lots “erkennen” wollten. Heutzutage wird angenommen, dass es sich um schwulen Geschlechtsverkehr handelte. Allerdings muss man die Sünde Sodoms weiter interpretieren als das. Es geht hier um “gang rape” und nicht um schwulen Geschlechtsverkehr in aller Privatheit. Die Bibel gibt viele Andeutungen, dass die Sünde Sodoms nicht sexuell war, sondern eine allgemeine Auflehnung der Gesellschaft gegen Gott. Die Bibel selbst ist nicht davon überzeugt, dass es sich bei der Sünde Sodoms um Homosexualität handelt.


Westermann (1985) sagt, dass viele verschiedene Ursachen für die Vernichtung Sodoms gegeben werden, Ursachen, die nicht unbedingt mit dem Besuch der Engel verbunden sind. Er meint, dass unnatürliche Lust und Ungastlichkeit die Gründe sind. Dann, wo es darum geht, dass die Männer Sodoms die Engel erkennen wollten sagte er, dass die ganze Stadt daran teilnahm, dass also die ganze Stadt korrupt war.


Ein Dokument der Lutherischen Kirche der USA sagt 1993 dass die Sünde Sodoms und Gomorras unkontrollierte Lust und Vergewaltigung sei, und dass 1 Mose 19 keine Aussage über eine liebende hingegebenen homosexuellen Beziehung mache.


Schliesslich sagt das New Layman’s Bible commentary dass die Sünde Sodoms sexuelle Perversion sei. Dann aber sagt das Kommentar, dass die zum Untergang führende Sünde nicht Lust sei, sondern das Missachten der Fremden und der Gesetze von Gastfreundschaft.


Sagt die Bibel das, was die Kommentatoren aus sie herausinterpretieren?


Gott hatte schon bevor die Männer nach Sodom kamen, beschlossen die beiden Städte zu vernichten:

1 Mose 13:13

Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündig vor dem HERRN.


1 Mose 18:20

Und der HERR sprach: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorrha, wahrlich, es ist gross, und ihre Sünde, wahrlich, sie ist sehr schwer.

Das, was an dem Abend passierte, kann also nicht der alleinige Grund zur Vernichtung gewesen sein.


Was war nun die Sünde, die zur Vernichtung Sodom und Gomorras führte? In mehreren Stellen in der Bibel gibt Gott die Antwort:


Abgötterei, sich von Gott abwenden:

5 Mose 29:16-18, 22-26

Da habt ihr ihre Scheusale gesehen und ihre Götzen aus Holz und Stein, Silber und Gold, die bei ihnen sind. Dass es bei euch nur ja nicht einen Mann oder eine Frau, eine Sippe oder einen Stamm gibt, dessen Herz sich heute von dem HERRN, unserm Gott, abwendet, um hinzugehen, den Göttern jener Nationen zu dienen! Dass es ja nicht eine Wurzel unter euch gibt, die Gift und Wermut als Frucht bringt.

Schwefel und Salz, eine Brandstätte ist sein ganzes Land; es wird nicht besät und lässt nicht sprossen, und keinerlei Kraut kommt darin auf wie nach der Umkehrung von Sodom und Gomorrha, von Adma und Zebojim, die der HERR umkehrte in seinem Zorn und in seinem Grimm – und alle Nationen werden sagen: Warum hat der HERR dieses Land so etwas getan? Weshalb diese grosse Zornesglut? Dann wird man sagen: Weil sie den Bund des HERRN, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus dem Land Ägypten herausführte, und weil sie hingingen und andern Göttern dienten und sich vor ihnen niederwarfen, vor Göttern, die sie nicht kannten und die er ihnen nicht zugeteilt hatte, da entbrannte der Zorn des HERRN gegen dieses Land, so dass er den ganzen Fluch über es begracht hat, der in diesem Buch aufgeschrieben
ist.

Anbetung falscher Götter:

5 Mose 32:32+33, 37-39

Denn von dem Weinstock Sodoms ist ihr Weinstock und von den Terrassengärten Gomorras; ihre Beeren sind Giftbeeren, bittere Trauben haben sie. Drachengift ist ihr Wein und grausames Viperngift.

Und er [Gott] wird sagen: Wo sind nun ihre Götter, der Fels, bei dem sie Zuflucht suchten? Die das Fett ihrer Schlachtopfer assen, den Wein ihrer Trankopfer tranken, die sollen doch aufstehen und euch helfen, sie sollen doch ein Schirm über euch sein. Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Gott neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet!

Abwendung von Gott; Widersprenstigkeit

Jesaja 1:2-9

Hört, ihr Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder grossgezogen und auferzogen, sie aber haben mit mir gebrochen. Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, Geschlecht von Übeltätern, verderbenbringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten abgewandt. – Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die ihr eure Widerspenstigkeit nur vermehrt? Das ganze Haupt ist krank und das ganze Herz ist siech. Von der Fusssohle bis zum Haupt ist keine heile Stelle an ihm: Wunden und Striemen und frische Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, noch mit Öl gelindert. Euer Land ist eine Öde, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; euer Ackerland – Fremde verzehren seine Frucht vor euren Augen; eine Öde ist es wie bei einer Umkehrung durch Fremde. Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie eine Laubhütte im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt. Hätte der HERR der Heerscharen uns nicht einen ganz kleinen Überrest gelassen, wie Sodom wären wir, Gomorrha wären wir gleich.

Die Person ansehen; sich nicht wegen persönlicher Sünde schämen

Jesaja 3:9

Dass sie die Person ansehen, zeugt gegen sie. Und von ihrer Sünde sprechen sie offen wie Sodom, sie verschwiegen sie nicht. Wehe ihrer Seele! Denn sich selbst tun sie Böses an.

Bosheit, Gottlosigkeit, Anmassung, Stolz, Hochmut, Gewalttätigkeit

Jesaja 13:11+19

Und ich werde am Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre Schuld. Ich werde der Anmassung der Stolzen ein Ende machen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen.

So wird es Babel, der Zierde der Königreiche, der stolzen Pracht der Chaldäer, ergehen wie nach der Umkehrung von Sodom und Gomorrha durch Gott.

Ehebruch, Lüge, Unterstützung von Übeltätern

Jeremia 23:14

Aber bei den Propheten Jerusalems habe ich Schauderhaftes gesehen: Ehebrechen und in der Lüge leben! Und sie stärken dabei noch die Hände der Übeltäter, damit sie nicht umkehren, jeder von seiner Bosheit. Sie alle sind für mich wie Sodom und seine Bewohner wie Gomorrha.

Übermut, Stolz, Überheblichkeit

Jeremia 49:16-18

Deine Furchtbarkeit, der Übermut deines Herzens haben dich getäuscht, dich, der in den Schlupfwinkeln der Felsen wohnt, den Gipfel des Hügels besetzt hält. Wenn du dein Nest hoch baust wie der Adler, ich werde dich von dort hinabstürzen, spricht der HERR. Und Edom soll zum Entsetzen werden. Jeder, der an ihm vorüberzieht, wird sich entsetzen und zischen über all seine Wunden. Wie nach der Umkehrung von Sodom und Gomorrha und ihrer Nachtbarstädte, spricht der HERR, wird niemand dort wohnen und kein Menschenkind sich darin aufhalten.

Abgötterei, Verführung, Gewalttätigkeit, Vermessenheit Gott gegenüber, Stolz, Unterdrückung

Jeremia 50:2, 6-7, 17,22-23,29,31,33, 38, 40

Verkündigt es unter den Nationen und lasst es hören und richtet ein Feldzeichen auf! Lasst es hören, verschweigt es nicht! Sagt: Babel ist eingenommen, Bel zuschanden geworden, Merodach schreckerfüllt! Ihre Götzenbilder sind zuschanden geworden, ihre Götzen sind schreckerfüllt!

Mein Volk war eine verlorengehende Schafherde: ihre Hirten leiteten sie irre auf verführerische Berge. Sie gingen von Berg zu Hügel, vergassen ihre Lagerstätte. Alle, die sie fanden, frassen sie. Und ihre Gegner sagten: Wir werden nicht schuldig! – deshalb, weil sie gegen den HERRN gesündigt haben, die Weide der Gerechtigkeit, und gegen den HERRN, der Hoffnung ihrer Väter.

Israel ist ein versprengtes Schaf, das Löwen verscheucht haben. Zuerst hat der König von Assur es gefressen, und nun zuletzt hat Nebukadnezar, der König von Babel, ihn die Knochen abgenagt.

Kriegslärm im Land und grosser Zusammenbruch! Wie ist zerhauen und zertrümmert der Hammer der ganzen Erde! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Nationen!

Ruft Schützen herbei gegen Babel, alle, die den Bogen spannen! Belagert es ringsum, niemand darf entkommen! Vergeltet ihm nach seinem Tun, tut ihm nach allem, was es getan hat! Denn es hat vermessen gehandelt gegen den HERRN, gegen den Heiligen Israels.

Siehe, ich will an dich, du Stolze, spricht der Herr, HERR der Heerscharen. Denn gekommen ist dein Tag, die Zeit, da ich dich heimsuche.

So spricht der HERR der Heerscharen: Die Söhne Israel und die Söhne Juda sind alle zusammen Unterdrückte. Und alle, die sie gefangen weggeführt, haben sie festgehalten, haben sich geweigert, sie loszulassen.

Dürre über seine Gewässer, dass sie austrocknen! Denn es ist ein Land der geschnitzten Bilder, und durch ihre Schreckbilder werden sie toll.

Wie nach der Umkehrung Sodoms und Gomorras und ihrer Nachbarstädte durch Gott, spricht der HERR, wird niemand dort wohnen, und kein Menschenkind wird sich darin aufhalten.

Ungastlichkeit und Verachtung der Bedürfnisse anderer

Klagelieder 4:3-6

Selbst Schakale reichen die Brust, säugen ihre Jungen. Doch die Tochter meines Volkes ist grausam geworden wie die Strausse in der Wüste. Die Zunge des Säuglings klebte an seinem Gaumen vor Durst; die Kinder verlangten Brot, niemand brach es ihnen. Die sonst Leckerbissen assen, verschmachteten auf den Strassen; die auf Karmesin getragen wurden, mussten auf Misthaufen liegen. Und die Schuld der Tochter meines Volkes war grösser als die Sünde Sodoms, das plötzlich zerstört wurde, ohne dass Hände sich rührten.

Hoffart, Ungastlichkeit, Egoismus

Hesekiel 16:49

Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern, aber die Hand des Elenden und des Armen stärkte sie nicht; und sie wurden hochmütig und verübten Gräuel vor meinem Angesicht. Und ich tat sie hinweg sobald ich es sah.

Die Gräuel, die die Bewohner Sodoms taten werden nicht genauer beschrieben. Man kann sie vielleicht durch Sprüche 6:16-19 interpretieren:

Sechs Dinge sind es, die dem HERRN verhasst sind, und sieben sind seiner Seele ein Gräuel: Stolze Augen, falsche Zunge, und Hände, die unschuldiges Blut vergiessen, ein Herz, das heillose Anschläge schmiedet, Füsse, die eilig dem Bösen nachlaufen, wer Lügen vorbringt als falscher Zeuge und wer freien Lauf lässt dem Zank zwischen Brüdern.

Abwendung von Gott

Amos 4:11

Ich habe eine Umkehrung unter euch angerichtet wie die Umkehrung Gottes von Sodom und Gomorrha. Und ihr ward wie ein Holzscheit, das aus dem Brand gerettet ist. Und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt, spricht der HERR.

Verschmähung und Hohnreden über das Volk Israel

Zephania 2:8+9

Ich habe die Schmähung Moabs und die Hohnreden der Söhne Ammon gehört, mit denen sie mein Volk geschmäht und gegen sein Gebiet gross getan haben. Darum, so wahr ich lebe, spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Ja, Moab soll wie Sodom werden und die Söhne Ammon wie Gomorrha, ein von Unkraut überwucheter Boden und eine Salzgrube und ein Ödland für ewig. Der Rest meines Volkes wird sie ausplündern und der Überrest meiner Nation sie als Erbteil besitzen

Diese Verse sind interessant, da sie Moab und Ammon, die Nachfahren aus der Beziehung zwischen Lot und seinen Töchtern (1 Mose 19:30-38), mit Sodom und Gomorrha verglichen werden.


Jesus sprach auch über Sodom:


Ungastlichkeit

Matthäus 10:11-15

Wenn ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf einkehrt, so forscht, wer darin würding ist; und dort bleibt, bis ihr weggeht. Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüsst es. Und wenn nun das Haus würdig ist, so komme euer Friede darauf; wenn es aber nicht würdig ist, so wende sich euer Friede zu euch zurück. Und wenn jemand euch nicht aufnehmen noch eure Worte hören wird – geht hinaus aus jenem Haus oder jener Stadt, und schüttelt den Staub von euren Füssen. Wahrlich, ich sage euch, es wird dem Land von Sodom und Gomorrha erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener Stadt.

Die Parallelstelle in Lukas 10:10-12 sagt:

In welche Stadt ihr aber gekommen seid, und sie nehmen euch nicht auf, da geht hinaus auf ihre Strassen und sprecht: Auch den Staub, der uns aus euer Stadt an den Füssen hängt, schütteln wir gegen euch ab; doch dies wisst, dass das Reich Gottes nahe gekommen ist. Ich sage euch, dass es Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen wird als jener Stadt.

Unbussfertigkeit

Matthäus 11:20-24

Dann fing er [Jesus] an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Busse getan hatten: Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Busse getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch. Und du Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, bis zum Hades wirst du hinabgestossen werden; denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird er erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir.


Lukas 17:28+29

Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie assen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; and dem Tag aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.

Dann wird Sodom noch von anderen neutestamentlichen Autoren erwähnt:


Ausschweifung, Ruchlosigkeit, Gottlosigkeit, Ungerechtigkeit

2 Petrus 2:4-9

Denn wenn Gott Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in finstere Höhlen des Abgrundes hinabgestürzt und zur Aufbewahrung für das Gericht überliefert hat; und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten neben sieben anderen bewahrte, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte; und wenn er die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und zur Zerstörung verurteilte, und denen ein Beispiel setzte die küftig gottlos sein würden; und wenn er den gerechten Lot rettete, der von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält wurde – denn der unter ihnen wohnende Gerechte
quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken – so wird deutlich: der Herr weiss die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden.

Unzucht mit “fremden Fleisch”:

Judas 7

wie auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die in gleicher Weise wie sie Unzucht [oder Hurerei] trieben und hinter fremden [oder anderen] Fleisch herliefen, als ein Beispiel vorliegen, indem sie des ewigen Feuers Strafe leiden.

Mit Unzucht wird ausserehelicher Sex gemeint. Mit “hinter anderem Fleisch herlaufen” kann man den Kontext der apokryphischen Texte einbeziehen, und es könnte heissen, dass es hier um sexuellen Kontakt zwischen Menschen und himmlischen Wesen geht. Die Jerusalemer Bibel erwähnt dann auch in einer Fussnote, dass es sich hier um Sex zwischen Menschen und Engeln handelt.


Viele Bibelkenner meinen, dass Judas sich nicht auf die Geschehnisse in 1 Mose 19 bezieht, sondern eher auf den apokryphischen Text Naphtali 3:3-5, wo beschrieben wird, dass die Frauen Sodoms mit Engeln Sex hatten. Judas bezieht sich in Vers 6 auf apokryphische Ereignisse (Henoch 1:6-8) und in Vers 9 auf griechische Tradition. Nichts spricht dagegen, dass er auch hier apokryphische Texte meint.


Selbst wenn man der Ansicht ist, dass es sich auf 1 Mose 19 bezieht, heisst “fremdes Fleisch” noch lange nicht Sex zwischen Männern. Lots Gäste waren Engel – fremderes Fleisch. Es ist rätselhaft, wie man sagen kann, dass ein Mensch vom gleichen Geschlecht für einen Schwulen oder einer Lesbe “fremdes” Fleisch ist.


Zum Schluss wird in Offenbarung 11:8 nochmal Jerusalem mit Sodom verglichen:

Und ihr Leichnam [die Leichname der zwei Zeugen] wird auf der Stasse der grossen Stadt liegen, die, geistlich gesprochen, Sodom und Ägypten heisst, wo auch der Herr gekreuzigt wurde.

Die zwei Zeugen gaben Zeugnis und weissagten den Willen Gottes. Wie in Sodom, so wird das Zeugnis auch im Jerusalem der Endzeit verschmäht werden.


Wenn es sich bei Sodom um Homosexualität handelte, waren alle Männer von Sodom schwul? Es wird gesagt, dass alle in dieser Situation beteiligt waren. Waren alle schwul? Das wird wohl nicht der Fall gewesen sein. Wahrscheinlich waren sie in der Mehrheit heterosexuell (wie die meisten Menschen zu allen Zeiten). Sonst hätte Lot ihnen nicht seine Töchter angeboten um sie abzulenken. Wenn es ihnen nur um Sex ginge, hätten sie Lots Töchter nicht abgewiesen. Es scheint Gott nicht zu beunruhigen, dass Lot seine Töchter der Vergewaltigung preisgegeben hat, aber die Sünde Sodoms machte ihn sehr zornig.


In 1 Mose 19 wird gesagt, dass die Männer Sodoms die Gäste Lots “erkennen” wollten. Das Wort “erkennen” (Heb. Yadha, Gr. Ginosko) ist eines der komplexesten Worte in der Bibel. Es bedeutet “zu wissen, zu kennen”. Es wird ein paarmal (10x aus 943 Malen) im sexuellen Kontext gebraucht (Adam erkannte seine Frau Eva und sie gebar Kain; Joseph erkannte Maria nicht). Aber die Bedeutung des Wortes ist sehr viel weiter als das. Man kann auch sagen, dass die Männer Sodoms einfach wissen wollten, wer die Gäste Lots waren. Handelte es sich nicht vielleicht um Feinde oder Spione, die Lot einfach so in sein Haus aufnahm? Lot selbst war neu, kein Alteingesessener, sondern ein Ausländer, ein “Ger”. Man konnte ihm noch nicht ganz vertrauen und seine Gäste schon gar nicht. Es gab ein hebräisches Wort für Geschlechtsverkehr, nämlich “Shakhabh”. Warum wurde es nicht hier gebraucht?


Wenn das “Erkennen” in irgendeiner Weise sexuell war, handelte es sich hier um Vergewaltigung. Unter den Völkern des Mittleren Ostens war es üblich, dass erobernde Armeen die eroberten Männer vergewaltigten. Frauen galten bei diesen Völkern als Untermenschen und Vergewaltigung von Männern versetzte diese in die Position von Frauen und machte klar, was die Eroberer von den Eroberten hielten. Sie sollten sich bewusst sein, dass sie besiegt und erniedrigt waren. In diesen Kulturen war es auch wichtig, dass die Ehre des Mannes um jeden Preis bewahrt werden musste, auch wenn es bedeutete, dass man eher die eigenen Töchter oder Frauen an deren Stelle der Vergewaltigung preisgab. Hier haben wir es mit “gang rape” wie es manchmal in modernen
Gefängnissen vorkommt, zu tun.


Vergewaltigung hat sehr wenig mit Sex zu tun und sehr viel mit Macht, Kontrolle und Gewalt. Sie hat nichts mit einer liebenden, fürsorglichen, zärtlichen Beziehung zu tun. Das galt damals wie heute. Es wäre unlogisch, heterosexuelle Beziehungen zu verbieten weil es heterosexuelle Vergewaltigung gibt. Genauso unlogisch ist es Homosexualität zu verbieten, nur weil in Sodom homosexuelle Vergewaltigung stattfand.


Eine ähnliche Situation wie Sodom wird in Richter 19:20-26. Hier handelte es sich um einen Mann, der eine Nebenfrau aus Bethlehem hatte und durch das Land zog. Eines Abends kam er in die Stadt Gibea, im Lande Benjamin und wollte dort übernachten. Er wurde von einem der Einwohner Gibeas eingeladen:

Da sagte der alte Mann, Friede sei mit dir! Doch, wenn es dir an etwas fehlt, lass mich für dich sorgen. Doch auf dem Platz übernachte nicht! So führte er ihn aus sein Haus und mischte Futter für die Esel. Und sie wuschen ihre Füsse und assen und tranken. Als sie nun ihr Herz guter Dinge sein liessen, siehe, da umringten die Männer der Stadt, ruchlose Männer, das Haus, trommelten gegen die Tür und sagten zu dem alten Mann, dem Herrn des Hauses: Fühte den Mann, der in dein Haus gekommen ist, heraus, wir wollen ihn erkennen! Da ging der Mann, der Herr des Hauses, zu ihnen hinaus und sagte zu ihnen: Nicht doch, meine Brüder, tut doch nichts Übles! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, dürft ihr solch eine Schandtat nicht begehen! Siehe, meine Tochter, die noch Jungfrau ist und seine Nebenfrau, sie will ich euch herausbringen. Ihnen tut Gewalt an und macht mit ihnen, was gut ist in euren Augen. Aber an diesem Mann dürft ihr so eine schwere Schandtat nicht begehen! Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Mann seine Nebenfrau und führte sie zu ihnen hinaus auf die Strasse. Und sie erkannten sie und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht hindurch bis an den Morgen. Und sie liessen sie gehen, als die Morgenröte aufging. Und die Frau kam beim Anbruch des Morgens und fiel nieder am Eingang des Hauses des Mannes, wo ihr Herr war, und lag dort, bis es
hell wurde.

Zwei Dinge werden aus diesen Versen deutlich: Erstens, Frauen genossen nicht dasselbe Ansehen wie Männer. Sie wurden als Dinge gesehen, nicht als Menschen. Zweitens: beim “Erkennen” handelt es sich hier ganz deutlich um “Übles tun”, um “Gewalt antun”. Wie bei Sodom wird hier von Vergewaltigung gesprochen. Im Gegensatz zu Gibea kam es bei Sodom nicht zur Vergewaltigung. Wenn die Vergewaltigung in Sodom schwulen oder lesbischen Sex verbieten soll, warum verbietet die Vergewaltigung in Gibea nicht heterosexuellen Sex?


In Sodom wurden viele Greueltaten begangen. Das alte Testament gibt eine ganze Liste der Sünden Sodoms. Eine von den Sünden war Ungastlichkeit. Einige moderne Leser der Geschichte können sich wahrscheinlich nicht die wichtige Rolle der Gastfreundschaft in biblischen Zeiten im Mittleren Osten vorstellen. Eine Parallele kann aus Josua 6 gezogen werden: Ganz Jericho wurde von Gott zerstört ausser das Haus der Hure Rahab (Prostitution wurde im mosaischen Gesetz verboten). Der Grund dafür war, dass sie den Spionen Josuas gegenüber gastfreundlich aufgetreten war. Gastfreundschaft war eine heilige Angelegenheit unter vielen Völkern des mittleren Osten zu dieser Zeit.


Es ist ironisch, dass viele Kirchen in ihrem Eifer Homosexualität zu verbieten, eine der Sünden Sodoms begehen: die Sünde der Ungastlichkeit.


In der englischen Bibel wird das Wort “Sodomite” in ein paar anderen Versen im alten Testament gebraucht:

5 Mose 23:18+19

Eine Geweihte soll es unter den Töchtern Israel nicht geben, und auch einen Geweihten soll es nicht unter den Söhnen Israel geben. Du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen für irgendein Gelübde; denn auch diese beiden sind ein Greuel für den HERRN, deinen Gott.

Die Fussnote in der Elberfelder Bibel erklärt “Geweihte” und “Geweihter” (hebräisch “quadesh”): “Das sind weibliche und männliche Tempelprostituierte im Dienst der Fruchtbarkeitsgöttin Astarte. Der Lohn der Kultprostitution war für den Tempel der Astarte bestimmt. ” Auch für “Hundegeld” gibt es eine Fussnote: “Als Hunde wurden männliche Kultprostituierte bezeichnet.”

1 Könige 14:24

Und es waren auch Tempelhurer im Land. Sie taten nach allen Greueln der Natonen, die der HERR vor den Söhnen Israel vertrieben hatte.


1 Könige 15:12

Und er schaffte die Tempelhurer aus dem Land und tat alle Götzen weg, die seine Väter gemacht hatten.


1 Könige 22:47

Auch rottete er aus dem Land den Rest der Tempelhurer aus, der in den Tagen seines Vaters Asa übriggeblieben war.

Elberfelder Fussnote zu “Tempelhurer”: wie “Geweihte”. Es handelt sich hier um Kultprostitution. Männliche Tempelhurer hatten nicht nur Männer als “Kunden”. Davon ist in der Geschichte von Sodom nie die Rede. Diese Verse, die korrekt ins deutsche übersetzt wurden, sind ein gutes Beispiel dafür, wie persönliche Ansichten des Übersetzers in eine Übersetzung hineinfliessen konnten. Aus diesen Versen gibt es für Schwule und Lesben (wie für Heterosexuelle) nur eine Lehre: Das Tempelprostitution falsch ist. Kann man deswegen schwule oder lesbische Beziehungen zwischen Christen verdammen?


Home | Zurück zu Was sagt die Bibel über Homosexualität? | Nächste Seite

22. Mai 1998

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeigen:

© 2012 Mein Leben und ich Suffusion theme by Sayontan Sinha