Coming Out to Truth – 3 Mose 18:22; 3 Mose 20:13
Diese beiden Texte werden oft als biblisches Argument gegen Homosexualität gebraucht:
3 Mose 18:22
Und bei einem Mann sollst du nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt: ein Gräuel ist es.
3 Mose 20:13
Und wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie man bei einer Frau liegt, dann haben beide ein Gräuel verübt. Sie müssen getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.
Was sagen die Bibelkommentare über diese Verse?
Nach Noth (1965) handelt es sich bei den hier beschriebenen Taten um unnatürliche sexuelle Beziehungen.
Wenham (1979) verbindet diese Verse mit 1 Mose 19 und sagt, dass Homosexualität bekannt war unter den Kanaanitern. Seiner Meinung nach wird Homosexualität in der Bibel verdammt als “Gräuel”, etwas, was Gott verabscheut oder hasst. Er meint auch, dass die moralischen Regeln von 3 Mose 19 auch unter dem Neuen Testament noch immer gültig sind.
Harrison (1980) sagt, dass in Kanaan die kultische Anbetung der Göttin Astarte weit verbreitet war. In diesem Rahmen wurde Sex vergöttert. Er meint dann auch, das aber nicht-religiöser Homosexualität in den Schriften der Antike nicht viel gesagt wird. Diese private Homosexualität war unter vielen Völkern erlaubt. Er erwähnt auch, dass die Ägypter homosexuelle Vergewaltigung bei der Eroberung fremder Völker anwandten.
Keil und Delitzsch (1981) verbinden diese Verse auch mit der Geschichte von Sodom.
Was ist der Kontext dieser Verse? Es geht hier um die sogenannte “Holiness Code”, der Heiligkeitskodex. Noth (1965) sagt über 3 Mose 17-26, über den Heiligkeitskodex, dass die Heiligkeit Gottes die Heiligkeit des Volkes Israel verlangt. Die Kanaaniter wurden aus ihrem Land ausgestossen wegen ihrer Sünde, vor allem wegen ihrer sexuellen Sünde. Die neuen Bewohner des Landes, Israel, sollten ein heiliges Volk sein, abgesondert für den Herrn, und es wurde ihnen darum verboten die kanaaitischen Praktiken zu folgen. Es geht hier vor allem um das religiöse Leben des Volkes Israel. Sie sollten sich von den anderen Völkern, von den Ägyptern und Kanaaniter unterscheiden. (Heiligkeit=Abgesondertsein). Diese Völker beteten Fruchtbarkeitsgötter (Aschterot/Astarte) an und Teil ihres Gottesdienstes waren die sogenannten “Gräuel”, das Wort, das auch in den beiden oben genannten Versen genannt wird. So sagt Gott am Anfang von Kapitel 18:
Ich bin der HERR, euer Gott. Nach der Weise des Landes Ägypten, in dem ihr gewohnt habt, sollt ihr nicht tun; und nach der Weise des Landes Kanaan, wohin ich euch bringe, sollt ihr nicht tun; und in ihren Ordnungen sollt ihr nicht leben. Meine Rechtsbestimmungen sollt ihr tun, und meine Ordnungen sollt ihr halten, um in ihnen zu leben. Ich bin der HERR, euer Gott.
Die mosaischen Gesetze waren für die Juden und nur für die Juden bestimmt. Sie wurden gegeben um die Juden von anderen Völkern zu unterscheiden. Sie gelten nicht für Nicht-Juden. Das wird deutlich aus den Versen, die Kapitel 18 abschliessen:
3 Mose 18:24-30
Macht euch nicht unrein durch all dieses! Denn durch all dieses haben die Nationen sich unrein gemacht, die ich vor euch vertreibe. Und das Land wurde unrein gemacht, und ich suchte seine Schuld an ihm heim, und das Land spie seine Bewohner aus. Ihr aber, ihr sollt meine Ordnungen und meine Rechtsbestimmungen halten, und ihr sollt nichts tun von all diesen Gräueln, der Einheimische und der Fremde, der in euer Mitte als Fremder wohnt – denn all diese Gräuel haben die Menschen des Landes getan, die vor euch da waren und das Land ist unrein gemacht worden -, damit das Land euch nicht aus speit, wenn ihr es unrein macht, ebenso wie es die Nation aus gespien hat, die vor euch da war: denn jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut, – die Seelen, die es tun, sollen ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes. Und ihr sollt meine Vorschriften halten, damit ihr keine der gräulichen Bräuche übt, die vor euch geübt worden sind. Ihr sollt euch nicht durch sie unrein machen. Ich bin der HERR, euer Gott.
Nicht-Juden waren niemals unter dem Gesetz und es gibt keinen Grund, warum sie es jetzt sein sollten. Diese Verse die schwulen oder lesbischen Geschlechtsverkehr verbieten können also nicht
universell für alle Menschen gültig gemacht werden. Nur Juden, und Menschen, die in Israel leben sind von ihnen betroffen.
Darf man, weil Teil des Gottesdienstes der Kanäniter homosexuelle Taten waren, Homosexualität ausserhalb von Gottesdienst verwerfen?
Im Hebräischen heisst 3 Mose 18:22: “Ish soll nicht mit zakar liegen wie mit ishah.” Was bedeuten “ish”, “ishah” und “zakar”? “Ish” und “ishah” bedeuten “Mann/Ehemann/Gatte” und “Frau/Ehefrau/Gattin.” Das Wort Zakar kommt auch anderswo in der Bibel vor, z.B. in 3 Mose 1:3 und 3:1 wird es mit “Tier” für ein Opfer übersetzt. In Jesaja 57:8 wurde es als “Erinnerung, obzönes Symbol, heidnisches Symbol oder Hausgott” übersetzt. Es ist also gar nicht sicher, dass dieser Vers von homosexuellen Praktiken spricht. Man könnte den Vers auch wie folgt übersetzen: “Du sollst nicht Tiere oder Bilder, die fremde Götter darstellen, dienen. Dies ist ein Gräuel.”
Sollten diese Verse aber von schwulen Geschlechtsverkehr reden, ist es nur die “passive” Rolle während analen Geschlechtsverkehrs, die hier ein Gräuel genannt wird. Ein Grund dafür könnte sein, dass der passive Partner die “zweitklassige” Rolle der Frau übernimmt, und sich so selbst
erniedrigt. Wir dürfen nicht vergessen, dass es einen jüdischen Mann erniedrigte mit einer Frau verglichen zu werden. Darum wurden in beiden Geschichten, Sodom und Gibeah, Frauen als Alternative für die Vergewaltigung der Gäste angeboten. Der aktive Partner begeht kein Gräuel, und nichts wird von anderen schwulen Sex gesagt.
In diesen Kapiteln wird gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Männern verboten. Aber gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Frauen wird nicht verboten. Warum? Nun, eine Antwort könnte sein, dass bei lesbischen Sex kein Samen vergossen wird. Weibliche Homosexualität war zu der Zeit in der diese Gesetze aufgestellt wurden nicht unbekannt. Aber es wurde kein Gesetz dagegen aufgestellt. Das Vergiessen von Samen machte einen Mann unrein, denn Vergiessen von Samen hiess Vergiessen von Leben. Darum wurde ein Mann der Samen vergoss als unrein erklärt und musste sich reinigen, bevor er in den Tempel zugelassen wurde. Dies wird uns in 3 Mose 15:16-18 erklärt:
Und wenn einem Mann der Samenerguss ergeht, dann soll er sein ganzes Fleisch im Wasser baden, und er wird bis zum Abend unrein sein. Und jedes Kleid und jedes Fell, worauf der Samenerguss kommt, soll im Wasser gewaschen werden, und es wird bis zum Abend unrein sein. Und eine Frau, bei der ein Mann liegt mit Samenerguss, – sie sollen sich im Wasser baden und werden bis zum Abend unrein sein.
Die Verbindung von Sex und Fortpflanzung wird heute auch oft von konservativen Christen gemacht. Siehe auch den Abschnitt über Matthäus 19.
Eine andere Interpretation von 3 Mose 18 und 20 nimmt die verschiedenen Geschlechter in Betracht und macht die Gesetze “a gender issue”. Homosexualität wurde verboten, weil bestimmte Grenzen der Geschlechter übertreten werden wenn ein Mann von einem Mann penetriert wird (eine Rolle die sonst eine Frau hat). In der israelischen Kultur gab es sehr gut definierte Rollen zwischen Männern und Frauen. Im Gottesdienst, bei der Arbeit, im Haushalt und im öffentlichen Leben wurde deutlich gesagt, was die Rolle des Mannes war und was die Rolle der Frau war. Es wäre also logisch anzunehmen, dass diese festgesetzten Rollen bis ins sexuelle Leben hineinführten. Frauen wurden keineswegs als den Männern gleichgestellt gesehen. Sie waren Besitz. In einer schwulen Handlung übernimmt ein Mann die Rolle einer Frau – ein Mann degradiert sich selbst. Es gab kein Verbot gegen lesbische Handlungen, weil eine Frau nicht noch mehr degradiert werden konnte.
Zweitens verbat die jüdische Kultur ein Vermischen von vielen Dingen, z.B. von verschiedenen Fasern in einem Stoff, von Mensch und Tier/Engeln. So wurde auch das Vermischen von Geschlechtsrollen verboten: ein Mann durfte nicht wie eine Frau handeln. Männer durften z.B. nicht Frauenkleidung tragen, und umgekehrt.
Diese gut definierten Geschlechtsrollen führten oft dazu, dass in der patriarchischen jüdischen Gesellschaft die Frau
als zweitklassig abgetan wurde. Darum ist es auch nicht erstaunlich, dass in der Geschichte von Sodom (1 Mose 19) und der von Gibeah (Richter 19) (Jung)frauen an Stelle von Männern zur Vergewaltigung angeboten wurden. Die Ehre von Männern
zählte mehr als die Ehre und/oder Jungfräulichkeit der Frauen.
Gelten diese Geschlechtsrollen in der heutigen, westlichen, nicht-jüdischen Gesellschaft? Meiner Meinung nach nein.
Weiter heisst es in dem Heiligkeitskodex:
- man darf nicht die Blösse eines nahen Verwandten aufdecken
- ein Ehepaar darf nicht Geschlechtsverkehr während ihrer Menstruation haben
- man soll seine Kinder nicht dem Moloch opfern
- man soll nicht mit Tieren Geschlechtsverkehr haben
- man soll Vater und Mutter fürchten (wenn man sie flucht muss man getötet werden)
- man soll den Sabbat halten
- man soll keine Götzenbilder anbeten
- man soll vom Heilsopfer nicht drei Tage später essen
- man soll keine Nachlese halten
- man soll nicht stehlen, lügen oder betrügen
- man soll nicht falsch schwören
- man soll gerecht auftreten und richten
- Vieh von zweierlei Art soll sich nicht begatten lassen
- man soll auf einem Acker nicht gleichzeitig zweierlei Samen säen
- man darf keine Kleidung aus einem Stoff, der mit zweierlei Fäden (Wolle und Leinen) gewebt ist tragen
- man darf kein Blut essen
- Wahrsagerei oder Zauberei ist verboten
- Man soll nicht den Rand des Haupthaares rund scheren
- man darf den Rand des Bartes nicht stutzen
- Tätowierungen sind nicht erlaubt
- Hurerei ist verboten
- Fremde darf man nicht unterdrücken
- Ehebruch wird verboten
- Inzest wird verboten (ausser die Ehe zur eigenen Tochter; sie wird nirgens genannt)
- Polygamie ist erlaubt
Man konnte und kann sich im levitischen Gesetz nicht die Gesetze aussuchen, die man ohne weiteres brechen will, da sie “cultural baggage” sind, und andere annehmen, weil sie mit der eigenen persönlichen Ansicht übereinstimmen. Wenn man ein Gesetz gebrochen hat, hat man alle gebrochen. Wie viele Menschen essen Muscheln, Krabben und Langusten (nach dem Gesetz unreine Tiere) und verurteilen gleichzeitig Homosexuelle?
Galater 5:3
Ich bezeuge aber noch einmal jedem Menschen, der sich beschneiden lässt (und so einen Aspekt des Gesetzes erfüllt), dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
Nur sehr wenige Christen halten den Sabbat und das Gesetz über den Sabbat bekam sehr viel mehr Prominenz im alten Testament als das Gesetz über Homosexualität… Wer trägt heute Stoffe, die völlig rein sind? Welcher Ehebrecher wird heute zu Tode verurteilt? Es ist unfair Schwule und Lesben zu verdammen, wenn man selbst viele andere der Gesetze bricht.
Noch ein Wort über “Gräuel”. Im Hebräischen heisst das Wort “Toevah” und bedeutet: etwas, das von Gott verabscheut wird weil es unrein war. Es handelt sich hier um rituelle Unreinheit und nicht um moralische Sünde (Heb. Zimah). Eine menstruierende Frau wurde z.B. auch als “Gräuel” bezeichnet. In der Septuagint wurde der Begriff mit dem griechischen “bdelygma” (rituelle Unreinheit) übersetzt anstatt mit “anomia”, welche “Übertretung des Gesetzes, Falsch, Sünde” bedeutet. Das Wort Toevah wird oft als Synonym für Abgötterei benutzt. Für das jüdische Gesetz hatte Homosexualität im Kontext von 3 Mose mit ritueller Reinheit zu tun, nicht mit sexueller Ethik. Es geht hier nicht um Gesetze über Ehe und Sex, sondern um Gesetze gegen Abgötterei.
Der Kontext des Buches bestätigt diese Interpretation. Das 3. Buch Mose wird auch “Levitikus” genannt. Es war in erster Linie die Richtlinien für die Priester und Leviten.
Der Begriff Toevah hat mit Abgötterei und Kultprostitution zu tun. Es ist fraglich, ob an einer liebenden lesbischen oder schwulen Beziehung gedacht wurde, als diese mosaischen Gesetze formuliert wurden.
Christen heute, mal ganz abgesehen davon, ob sie jüdisch sind oder nicht, sind nicht an den Regeln und Riten des Heiligkeitskodex gebunden:
Galater. 3:22-25
Aber die Schrift hat alles unter die Sünde eingeschlossen, damit die Verheissung aus Glauben an Jesus Christus den Glaubenden gegeben werde. Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr seid alle Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus.
Paulus lehrte, dass es von Nicht-Juden, die Christen wurden, nicht erwartet werden konnte, dass sie auch Juden werden und das mosaische Gesetz folgen mussten. Apostelgeschichte 15 handelt von einer Situation, wo Juden von nicht-jüdischen Christen erwarteten, sich beschneiden zu lassen.
Apostelgeschichte 15:5-20
Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die gläubig waren, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten. Die Apostel aber und die Ältesten versammelten sich um diese Angelegenheit zu besehen. Als aber viel Wortwechsel entstanden war, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Brüder, ihr wisst, dass Gott mich vor langer Zeit unter euch auserwählt hat, dass die Nationen durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und glauben sollten. Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab wie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, da er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene. Die ganze Menge aber schwieg und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott unter den Nationen durch sie getan habe. Als sie aber schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Brüder, hört mich! Simon hat erzählt, wie Gott zuerst darauf gesehen hat, aus den Nationen ein Volk zu nehmen für seinen Namen. Und hiermit stimmen die Worte des Propheten überein, wie geschrieben steht: “Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichte; damit die übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dies tut”, was von jeher bekannt ist. Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen, sondern ihnen schreiben, dass sie sich enthalten vom Erstickten und vom Blut.
Und so wurde ein Brief geschrieben in dem es heisst:
Apostelgeschichte 15:28+29
Denn es hat dem heiligen Geist und uns gut geschienen, keine grössere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl!
Wir Christen sind befreit vom Gesetz. Wir leben nicht mehr unter dem Gesetz des Alten Testaments, sondern unter dem Gesetz der Liebe. Dies wird in den folgenden Versen betont:
Kolosser 2:16+17
So richte euch nun niemand wegen Speise oder Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats, die einen Schatten der zukünftigen Dinge sind, der Körper selbst aber ist des Christus.
Hebräer 7:18+19
Denn aufgehoben wird zwar das vorhergehende Gebot seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen – denn das Gesetz hat nichts zu Vollendung gebracht -, eingeführt aber eine bessere Hoffnung, durch die wir Gott nahen.
Hebräer 8:13
Indem er einen neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber alt ist und sich überlebt hat, ist dem Verschwinden nahe.
Hebräer 9:9+10
Dieses ist das Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, nachdem sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, die im Gewissen nicht den Vollkommen machen können, der Gottesdienst übt. Es sind nur Speisen und Getränke und verschiedene Waschungen, Satzungen des Fleisches, die bis auf die Zeit einer rechten Ordnung auferlegt sind.
Jesus Christus erfüllte das Gesetz. Das mosaische Gesetz ist durch ihn für uns ungültig gemacht worden. Wir haben eine neues Gesetz nach dem wir leben sollen:
Johannes 13:31-35
Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und er wird ihn sogleich verherrlichen. Kinder, noch eine kleine Weile bin ich bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen, so sage ich jetzt auch euch. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
Johannes 15: 9-17
Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt; bleibt in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde. Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Grössere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn ein Sklave weiss nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe. Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch gesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, damit, was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe. Dies gebiete ich euch, dass ihr einander liebt!
Römer 12:10
In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen voran gehend; im Fleiss nicht säumig, brennend im Geist; dem Herrn dienend.
Römer 13:8-10
Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das: “Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren”, und wenn es ein anderes Gebot gibt, ist es in diesem Wort zusammengefasst: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
Galater 5:14+18
Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.”
Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.
1 Thessalonicher 4:9
Was aber die Bruderliebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass man euch schreibt, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben.
Hebräer 13:1
Die Bruderliebe bleibe.
1 Petrus 1:22
Da ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit zur ungeheuchelten Bruderliebe gereinigt habt, so liebt einander anhaltend, von Herzen.
1 Johannes 3:11
Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen.
Wie sieht diese Liebe aus?
1 Korinther 13
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönerndes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiss und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich verbrannt werde, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht gross; sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagung, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise; wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleich wie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die grösste aber von diesen ist die Liebe.
Sprüche 10:12
Hass erregt Zänkereien, aber Liebe deckt alle Vergehen zu.
Dies sind die Richtlinien fur unser Leben, welches Sexualität einschliesst.
Manche anti-gay Christen sehen AIDS als die gerechte Todesstrafe für Schwule und Lesben, als den gerechten Zorn Gottes. Die Wahheit ist, wie jeder weiss, der in Afrika lebt, dass AIDS keineswegs nur Schwule und Lesben befällt, sondern dass täglich mehr Heterosexuelle als Homosexuelle an AIDS sterben. AIDS ist nicht Gottes Gericht über Homosexuelle. Es ist eine schreckliche, tödliche Krankheit, die jeder Mensch bekommen kann. Es ist nicht der Wille des liebenden Gottes, dass irgendein Mensch stirbt, sondern dass alle ewiges Leben haben.
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22. Mai 1998

