Coming Out to Truth – Lutherische Kirche

 

Lutheran Church of America


Die Meinung der Lutheran Church in America ist folgende:


Menschen wurden männlich und weiblich nach dem Bilde Gottes geschaffen mit dem Auftrag fruchtbar zu sein und die Erde zu füllen.


Die Bibel konzentriert sich auf schwule oder lesbische Handlungen, nicht auf Homosexualität an sich.

“No passage specifically addresses the question facing the Church today: the morality of a just, loving, committed relationship between people of the same sex.”

In der Geschichte von Sodom und Gomorrha lesen wir von unkontrollierte Lust und Vergewaltigung nicht über eine liebende hingegebene Beziehung. In 3 Mose wird schwuler Geschlechtsverkehr ganz klar verboten aber es wird “Gräuel” genannt (nicht Sünde) und die schwulen Handlungen die hier beschrieben werden haben mit Abgötterei und Kultprostitution zu tun. Außerdem werden viele Gesetze des Heiligkeitskodexes heute nicht mehr von der Kirche befolgt. In 1 Korinther und 1 Timotheus ist die Bedeutung der Worte unklar. Es könnte sich dort vielleicht um Päderastie handeln und man kann deswegen schwulen Geschlechtsverkehr als Teil einer liebenden hingegebenen Beziehung nicht verurteilen. In Römer 1 verbindet Paul Abgötterei mit sexueller Unmoral. Manche meinen dass “unnatürlich” meint, dass gegen Naturgesetze verstoßen wird, d.h. gegen Gottes Schöpfungsabsichten. Andere wiederum meinen, dass Paulus hier ungezügelte Lust verurteilt. Eine Beziehung in der es nur um Lustbefriedigung geht ist “unnatürlich”. Paulus redet in dieser Passage von Menschen, die Abgötterei betrieben haben, nicht von Christen. Es gibt in der modernen Kirche keine Antworten aus der Bibel über schwule oder lesbische Christen. Keine der Bibelstellen handeln über Homosexualität als sexuelle Orientierung oder über eine liebenden beständigen Beziehung zwischen Lesben und Schwulen.


In einem Dokument von 1993 fasst die Lutherische Kirche der USA ihre Ansichten über Homosexualität wie folgt zusammen:


Unsere Sexualität ist ein wesentlicher Aspekt unserer selbst. Sexualität ist mehr als Triebe und körperliche Handlungen. Sexualität ist etwas gutes, von Gott geschaffenes. Menschen sind grundsätzlich Wesen, die in Beziehungen zueinander leben. Das Gute der Sexualität liegt in der Fortpflanzung, Kameradschaft und der Freude/Genuss.


Schwule und Lesben haben viel Verdammnis und wenig lebenbringendes Evangelium in der Kirche kennengelernt. Die Vereinbarkeit zwischen privaten und öffentlichen Leben sind Ausfluss von Wahrheitsliebe und Echtheit. Das Coming-out ist also wichtig.


Die Gefallenheit des Menschen bringt aber auch Korruption, Schmerz, Verzweiflung. Sexualität kann auch auf sündige Art und Weise ausgelebt werden, nämlich dann, wenn es nicht mehr um Liebe, um Beziehung geht, sondern um Lust uns Selbstbefriedigung.


Ehe kann nur zwischen Mann und Frau geschehen, und Sex sollte nur in einer Ehe stattfinden.


Manche Lesben und Schwule haben die Gabe zum Zölibat. Die meisten aber wollen in einer beständigen Beziehung mit einer geliebten Person leben.


Lesben und Schwule sollten nicht aus der Gemeinde ausgeschlossen werden, sondern geliebt und respektiert werden. Homosexualität ist keine Krankheit die geheilt werden kann oder eine Wahl, die geändert werden kann.


Es gibt drei verschiedene Ansichten über was es heißt den Nächsten (den Schwulen oder die Lesbe) zu lieben:



  1. Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde. Schwuler oder lesbischer Geschlechtsverkehr sind Sünde und Schwule/Lesben müssen zölibatär leben.
  2. Verstehe Lesben und Schwule die nicht die Gabe des Zölibats haben. Es ist lieblos und grausam lebenslange Abstinenz zu erwarten. Homosexualität ist nicht Sünde, sondern ein Beispiel der Gebrochenheit der Welt. Lesbischer oder schwuler Geschlechtsverkehr in einer liebenden, beständigen und hingegebenen Beziehung ist darum in Ordnung.
  3. Homosexualität ist natürlich und Lesben und Schwule dürfen offen ihren Lebensstil – in einer liebenden Beziehung – ausleben. Homosexualität ist nur eine andere Aussage der Schöpfung Gottes, wie z.B. Linkshändigkeit. Die Kirche soll solche Beziehungen segnen und “Ehe” erlauben.

Alle drei dieser Ansichten sind auf der Schrift gegründet. Ansicht 2 und 3 stimmen mehr mit dem lutherischen theologischen Rahmen überein.


Evanglische Kirche in Deutschland


1996 veröffentlichte die EKD “Mit Spannungen leben”, eine Orientierungshilfe zum Thema Homosexualität. Fragen, die in Gemeinden gefragt werden sind:



  • Wie lassen sich Homosexualität und christlicher Glaube miteinander vereinbaren?
  • Dürfen PfarrerInnen lesbisch bzw. schwul sein?
  • Dürfen homosexuelle Paare gesegnet werden?

Nach der EKD:

Bibelstellen zur Homosexualität sind auf dem Hintergrund ihrer zeitlichen Entstehung und damaligen kulturellen Einflüsse zu sehen. Sie können nicht mehr wörtlich angewandt werden und sind heute keine Richtlinien mehr für den Umgang mit Schwulen und Lesben.

Der EKD entspricht eine lesbische oder schwule Ehe nicht dem biblischen Menschenbild. Im Gegensatz zur katholischen Kirche glaubt die lutherische Kirche über Ehe eine leiblich-seelische Einheit von Mann und Frau, die zu einem Stück unverlierbarer Lebensgeschichte beider Ehepartner wird. Sie hat ihren Sinn in sich selbst, d.h. Nachkommenschaft ist nicht nötig um einer Ehe Sinn
zu geben. Sexualität dient zwar nicht nur der Fortpflanzung, aber homosexuelle Praxis ist gegen den Willen Gottes. Sexualität findet in einer Geschlechtergemeinschaft von Mann und Frau Entfaltung.


Dann allerdings ein Zitat aus “Mit Spannungen leben”:

Denjenigen, denen das Charisma sexueller Enthaltsamkeit nicht gegeben ist, ist zu einer vom Liebesgebot her gestalteten Lebensgemeinschaft zu raten. Die Kriterien, die für sie gelten sind dieselben, die für die Ehe und Familie gelten: Freiwilligkeit, Ganzheitlichkeit, Verbindlichkeit, Dauer und Partnerschaftlichkeit.

Das Liebesgebot, welches Jesus verkündigt hat, gilt nicht nur für den Umgang mit lesbischen und schwulen Menschen, sondern auch für die Gestaltung des lesbischen und schwulen Zusammenlebens.


Es wird dann auch gesagt, dass eine lesbische oder schwule Ehe einer heterosexuellen Ehe nicht gleichwertig sei.


Der EKD zufolge ist grundsätzlich die Einstellung von schwulen oder lesbischen PfarrerInnen möglich. Allerdings darf Homosexualität nicht zum Verkündigungsinhalt gemacht werden. Das private Sexualleben von PfarrerInnen geht niemanden etwas an.


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22. Mai 1998

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